Unsere Ziegen

    270 weiße Milchziegen der Rasse Saanen und einige Kreuzungen bilden unsere ökologische Milchziegenherde, die im Sommerhalbjahr auf den Weiden rund um unseren Stall zu sehen sind, wo sie Gras, Kräuter und wilde Blumen fressen.

    Morgens und Abends werden die Ziegen im Melkstand gemolken und danach im Laufstall – je nach Jahreszeit – mit ökologischem Gras, Heu oder Silage aus eigenem Anbau gefüttert, bevor sie im Sommerhalbjahr auf die Weide gelassen werden.

    Im August werden unsere Zuchtböcke zu den Milchziegen gelassen und ungefähr 5 Monate später fängt die Lammzeit an, die von Januar bis April dauert. Eine Ziege bekommt im Durchschnitt Zwillinge, manchmal Einzelne oder Drillinge, aber sehr selten Vierlinge.

    In der Lammzeit sind wir sehr beschäftigt, weil unsere Ziegen in der Herde gebären. Nach der Geburt werden die Ziege und ihre Kitzen in die Ablammboxen gebracht, wo sie eine feste Bindung zueinander aufbauen können und wo die Kitzen die erste wichtige Biestmilch der Mutterziege bekommen.

    Wenn die Mutter-Kind-Beziehung gut aufgebaut ist, werden die Ziegen und ihre Kitzen wieder in die Herde entlassen – hier haben die Kitzen jetzt reichlich Möglichkeit mit den anderen Kitzen zu spielen und zu kuscheln.

    Im Alter von 8 Wochen werden die Kitzen von den Ziegen getrennt und kommen als „Kindergartengruppe“ in einen großen Laufstall, wo sie vor allem verwöhnt werden.

    ZIEGEN IM ALLGEMEINEN

    Ziegen sind relativ robust gebaute Tiere mit kräftigen Gliedmaßen und breiten, an eine kletternde Fortbewegung angepassten Hufen. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 1,0 bis 1,8 Metern, der Schwanz ist 10 bis 20 Zentimeter lang und die Schulterhöhe beträgt 65 bis 105 Zentimeter. Das Gewicht variiert zwischen 25 und 150 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich schwerer werden als die Weibchen.

    Bei Ziegen kommt es oft zu einem jahreszeitlichen Fellwechsel, Veränderung der Felllänge und –Färbung kommt vor. Manchmal sind kontrastierende Bereiche auf den Gliedmaßen, am Rücken oder im Gesicht vorhanden; auffällig ist ein Bart, der bei den Männchen deutlich länger ist.

    Beide Geschlechter können hornlos sein oder Hörner tragen, diese weisen aber in Form und Länge einen deutlichen Unterschied auf. Die Hörner der Weibchen sind kurz, dünn und nur leicht gebogen; im Gegensatz dazu sind die der Männchen kräftig nach hinten gebogen und können über einen Meter Länge erreichen.

    Ziegen sind oft dämmerungsaktiv und gehen im frühen Morgen oder am späten Nachmittag auf Nahrungssuche; in kühleren Regionen oder Jahreszeiten führen sie oft eine tagaktive Lebensweise. Die Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs oft in Gruppen, die Männchen leben während des größten Teil des Jahres einzelgängerisch oder bilden Junggesellengruppen. Zur Paarungszeit schließen sich die Böcke den Weibchengruppen an und versuchen, durch teils heftige Kämpfe untereinander das Paarungsvorrecht zu erringen.

    Alle Ziegen sind Pflanzenfresser, die vorwiegend Gräser und Kräuter zu sich nehmen.

    Die Saanenziege ist eine Rasse der Hausziege, die ursprünglich aus dem schweizerischen Saanenland kommt. Seit 1890 existiert für diese Rasse in der Schweiz eine Zuchtgenossenschaft. Noch heute ist sie in der Schweiz die dominierende Ziegenrasse.

    Die kurzhaarige, reinweiße Saanenziege zählt zu den Milchziegenrassen. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei ca. 750 kg, die ohne Kraftfuttergaben erzielt werden kann. Der normale Melkzyklus beträgt 10 Monate. Die Ziegenböcke wiegen ungefähr 100 kg und haben eine Schulterhöhe von 80 bis 90 cm, während die Ziegen ungefähr 75 kg wiegen und eine Schulterhöhe von 70 bis 80 cm erreichen.

    Aufgrund ihrer hervorragenden Milchleistung wurde die Saanenziege in viele Länder exportiert